CoP-Projektgruppe auf der Zielgeraden

Brüssel: Die Projektgruppe für den Code of Practice traf sich am 20. Januar 2017 im Büro des Europäischen Lichtwerberverbands in Brüssel. Als Vertreter des lwd waren Hans Joachim Kremser und Thomas Berens vor Ort. Ziel der Sitzung der Projektgruppe war es, die in der Version des CoP vorgenommenen Änderungen und Ergänzungen aus der vorhergehenden Sitzung zu bestätigen und in einer siebten und finalen Version durch die nationalen Verbände, Vorstände oder deren technische Komitees bestätigen zu lassen.

Neben der Überprüfung der sechsten Version waren auch noch darüber hinaus weitergehende Fragen und Erweiterungen zur Diskussion gebracht worden, u.a. über eine Festlegung der Ausführungsklasse (EXC-Klasse) für freistehende Bauwerke, die Thomas Berens aus einem aktuellen Konflikt zur Einschätzung der EXC-Klasse zwischen Statiker und Prüfstatiker zur Diskussion stellte. Der Projektgruppenvorsitzende David Dyke leitete anhand der Building Consequence Classes (EN 1990) und folgender Tabellen die EXC-Klasse 2 als maximale Anforderung für Hersteller von freistehenden Werbeanlagen bis 15m Bauhöhe. Dieser Passus wurde als wichtige Ergänzung unter allgemeiner Zustimmung in die finale Version des CoPs eingefügt.

Des weiteren stellte Thomas Berens zur Diskussion, in wie weit die fehlende bauaufsichtliche Zulassung von Acrylglas (PMMA) durch den CoP und die folgende Norm gegenüber Prüfstatikern herangezogen werden kann. Hier ist der CoP jedoch limitiert. David Dyke zeigte zwar eine statischen Nachweis zur Berechnung der Materialdicke und schlug eine Begrenzung der maximalen Dynamik von +/- 5% vor, um ein Herausspringen der Acrylglasfront aus dem Gehäuse zu vermeiden, jedoch kann der CoP eine Zulassung nicht ersetzen.

Weitere Punkte, die zum Teil sehr kontrovers diskutiert wurden waren die zu erwartende Lebensdauer für Werbeanlagen sowie die Empfehlung bzw. Festlegung von Wartungsabständen. Wichtig war jedoch für alle Beteiligten, dass im Cop explizit genannt wird, dass die zu erwartende Lebensdauer nicht mit der Hersteller-Garantie gleichzusetzen ist und die Verantwortlichkeit zur Wartung schriftlich auf den Kunden übertragen wird.

Nach der geplanten Verabschiedung und Veröffentlichung des CoPs V1.0 wird anschließend von der Projektgruppe ausschließlich für die Mitglieder des ESF und den nationalen Verbänden eine Technical Guideline erarbeitet, in der die praktische Umsetzung beschrieben wird.

Für zukünftige Ergänzungen des CoP/EU-Norm wurde von Hans Joachim Kremser das Thema Brandschutz von Werbeanlagen auf die Agenda der Projektgruppe gesetzt. Ein weiterer Bereich ist das Thema Lichtemission, das von Ralph Hug vom Schweizer Verband VWL eingebracht wurde.

CoP – Nationaler Anhang
Für den Nationalen Anhang gab David Dyke die Aufgabe an die Verbände, diese schnellstmöglich zu erstellen, damit sie bei der geplanten Verabschiedung des CoP vorliegen. Minimale Anforderung an den NA sind Windzonenkataster und Schneezonenkastaster, ggf. in Ländern mit Erdbebenzonen auch ein entsprechendes Kataster. Für den lwd hatte Thomas Berens die Kataster bereits in einfacher Form der Projektgruppe übermittelt.

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